Letzter Sonntag nach Epiphanias

Kurze Predigt zu 2. Petr. 1,16-19 von Pfr. Ekkehard Weiskopf

Wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selbst gesehen. Denn Jesus empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berge waren. Umso fester haben wir (jetzt) das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.

 

Liebe Gemeinde,

 

es muss eine düstere Zeit gewesen sein, in der diese Worte geschrieben wurden. So wie wir jetzt ja auch eine eher düstere Zeit erleben.

Die Hoffnung, dass die Pandemie bald überwunden ist, und dass diese dunkle Wolke über uns sich schnell wieder verzieht, - diese Hoffnung hat immer wieder einen Dämpfer gekriegt. – „So schnell geht das leider nicht“, - ob es denn überhaupt einmal wieder besser wird…? Zweifel machen sich breit, Zuspruch ist nötig, Ermutigung zum Glauben und Hoffen. Im 2. Petrusbrief wird die christliche Gemeinde erinnert an die Erfahrungen in früheren Zeiten. Tief bewegende Momente, Tage großer Gewissheit. Wo Gott unmittelbar nahe war – und alle Zweifel in weiter Ferne.

Wie war das doch damals, als die Jünger mit dem Herrn Jesus auf einem Berg waren. Auf einmal war er von einem himmlischen Glanz umgeben, und die Stimme aus der Wolke hat es ihnen bestätigt: Er ist es! Er ist der Sohn Gottes! Er ist der, auf den sie ihr Vertrauen setzen können! Haben wir nicht auch schon solche Momente erlebt, wo Gott uns nahe war, und wir seine Liebe gespürt haben? Momente, wo uns Jesus vor Augen stand, und wir wussten: Alles ist gut? Durch solche besonderen Erfahrungen haben wir gemerkt: Es ist was dran an dem, was in der Bibel steht. Das sind nicht nur schöne Märchen zum Träumen. Nein, wir haben es selbst erfahren: Gott ist eine Realität. Wir können mit ihm rechnen!

In der Bibel können wir lesen, was für verschiedene Erfahrungen Menschen mit Gott gemacht haben. Und dass er immer wieder mit Menschen geredet hat: mit Abraham, Mose, Elia, den Propheten...

Gott spricht zu den Menschen.
- Er sagt, was er will und was er vorhat, weil er sie für seine Pläne gewinnen will.
- Oder er warnt die Menschen vor falschen Wegen.

Gott spricht auf verschiedene Weise zu uns: Durch die Bibel, durch das, was uns widerfährt – Schönes und Schweres.
Die Corona-Pandemie, die wir gerade erleben, macht uns bewusst: Gott hat manchmal auch ein ernstes Wörtlein mit den Menschen zu reden, – wohl auch mit uns! Aber es ist für uns doch tröstlich zu wissen: Gott hat auch schon das rettende Wort gesprochen durch Jesus Christus. „Ich bin bei euch“ – hat er uns zugesagt. Und darum können wir sicher sein: Es wird am Ende doch noch alles gut ausgehen.

An dieses rettende Wort dürfen wir uns halten. Gerade dann, wenn es nicht gut läuft, und wenn wir Grund zur Sorge haben. Gerade auch in schweren Zeiten will Gott bei uns sein, - auch wenn wir nichts davon spüren, und seine Hilfe schmerzlich vermissen. Auch an solchen dunklen Tagen ist er uns trotzdem nahe. Wir dürfen seiner Zusage trauen. Manchmal müssen wir lange warten, bis es wieder aufwärts geht. Manchmal dauert es lange, bis unser Gebet erhört wird, und es sich zum Besseren wendet. Und wir beginnen schon zu zweifeln, ob es je soweit kommt.

Aber unser Warten wird nicht umsonst sein. Die Hilfe kommt, - so sicher, wie es nach dem Dunkel der Nacht auch immer wieder Tag wird. Gottes Zusage leuchtet im Dunkeln, so wie der helle Morgenstern, der die Morgendämmerung ankündigt. Achtet darauf! – rät uns der Apostel. Haltet an der Hoffnung fest! Gott wird sein Versprechen einlösen. Darum leben wir in dem Vertrauen, dass es irgendwann wieder Tag wird. Dass irgendwann die neue Zeit anbricht und die Wende zum Besseren kommt.

Mit dem Morgenstern im Herzen.
Amen.

 

Herr Christ, der einig Gotts Sohn, Vaters in Ewigkeit, aus seim Herzen entsprossen, gleichwie geschrieben steht, er ist der Morgensterne, sein Glänzen streckt er ferne vor andern Sternen klar;

Lass uns in deiner Liebe und Kenntnis nehmen zu, dass wir am Glauben bleiben, dir dienen im Geist so, dass wir hier mögen schmecken dein Süßigkeit im Herzen und dürsten stets nach dir. (EG 67,1+3)