3. Sonntag der Passionszeit

07.03.2021, 3. Sonntag der Passionszeit, Okuli, Kurzpredigt zu Eph 5,1-2;8-9 von Pfr. Weiskopf

So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.
Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

 

Liebe Gemeinde,

 

„Mach’s wie Gott, werde Mensch!“ heißt es so schön. Wir sollen Gott „nachahmen“ – das sagt auch unser Bibelabschnitt. Und zwar so, dass wir „in der Liebe leben“.

Das ist nun leichter gesagt als getan. In der Liebe leben – das fällt uns leicht, wenn alle lieb zu uns sind. Aber was ist, wenn sie uns in die Quere kommen, wenn sie uns auf die Nerven gehen, uns Probleme machen? Da fällt es uns nicht mehr leicht, in der Liebe zu bleiben.

Liebe kann darin bestehen, dass ich geduldig bleibe, nicht aufbrause, dass ich über ein Fehlverhalten, eine Schwäche des anderen hinwegsehe, dass ich einem anderen etwas abnehme, um es ihm leichter zu machen, dass ich für andere da bin, die Hilfe brauchen, - auch wenn es mich viel Zeit und Kraft kostet.

Als Beispiel für solche aufopfernde Liebe wird uns Jesus Christus hingestellt. Er hat uns nicht nur gezeigt, was Liebe ist, - er hat uns auch gewiss gemacht, dass wir selbst von Gott geliebt sind als seine Kinder. Dafür hat Jesus sich aufgeopfert, dafür hat er sein Leben gegeben. Für uns ist seine Hingabe ein Ansporn, auch in der Liebe zu leben wie er.

Wenn Menschen in der Liebe leben, das ist Gott angenehm. Früher dachte man, dass die Götter sich erfreuen am „lieblichen Geruch“ der Opfer, die man ihnen darbringt. Aber woran sich Gott wirklich erfreut, das ist die Liebe. Sie ist für ihn so ein „lieblicher Geruch“, schreibt der Apostel

Auch wir freuen uns, wenn wir Liebe spüren. Das ist für uns wie ein angenehmer Duft, der uns wohltut. So ein „Wohlgeruch“ geht auch von uns selbst aus, wenn wir in der Liebe leben. Gott und Menschen haben daran Freude. „Mach’s wie Gott“, sagt uns der Apostel. Und um es anschaulich zu machen, greift er hier auf das erste Schöpfungswerk Gottes zurück: „Gott sprach: Es werde Licht! – und es ward Licht.“

Genau das – so sagt der Apostel – ist durch Jesus Christus in unserem Leben passiert. Gott hat es licht werden lassen in uns - durch seine Liebe in Jesus Christus. Und dieses Licht strahlt nun aus in unsere Umgebung, - ganz von selbst, solange wir im Glauben und in der Liebe bleiben.

Das war nicht immer so. Der Apostel erinnert die Epheser daran, dass sie früher in einem Zustand der Finsternis waren. So kennen wohl auch wir solche Zeiten in unserem Leben, wo dieses Licht des Glaubens und der Liebe in uns verdunkelt war. Aber Gott sei Dank – Er hat es licht werden lassen in uns!
 

Und dazu dürfen wir nun auch stehen, das soll zum Ausdruck kommen in unserem Verhalten:

  • Darin, dass wir gütig und freundlich sind zu unseren Mitmenschen, 
  • dass wir ihnen gegenüber Verständnis zeigen, schonend mit ihnen umgehen, Fehler verzeihen, auf ihre Schwächen Rücksicht nehmen,
  • Dass wir versöhnlich auf andere zugehen, statt Türen zuzuschlagen

    Wenn wir gütig sind, zeigen wir, dass Gottes Licht in uns leuchtet.

Aber auch damit, dass wir gerecht sind:

  • dass wir andere gelten lassen, auch wenn sie anders sind, dass wir Vorurteile ablegen, achtungsvoll mit ihnen umgehen,
  • dass wir mit anderen nicht strenger sind als mit uns selbst,
  • dass wir mit jedem Menschen so umgehen, wie wir selber möchten, dass man mit uns umgeht.

    Wenn wir gerecht sind, zeigen wir, dass Gottes Licht in uns leuchtet.

Schließlich auch damit, dass wir wahrhaftig sind:

  • dass wir eigene Fehler eingestehen,
  • uns nicht besser darstellen als wir sind,
  • nicht tricksen und lügen, um uns Vorteile zu sichern.

    Wenn wir wahrhaftig sind, zeigen wir, dass Gottes Licht in uns leuchtet.


Es geht um Liebe und Vertrauen, darum, dass wir uns als liebens- und vertrauenswürdig erweisen. So wie Gott liebens- und vertrauenswürdig ist.

Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Amen.

 

Liebe, die du mich zum Bilde
deiner Gottheit hast gemacht,
Liebe, die du mich so milde
nach dem Fall hast wiederbracht:
Liebe, dir ergeb ich mich,
dein zu bleiben ewiglich.

(EG 401,1)