2. Sonntag vor der Passionszeit

07.02.2021, 2. Sonntag vor der Passionszeit, Kurzpredigt über Lukas 8,4-8 von Pfr. Weiskopf

Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus jeder Stadt zu ihm eilten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen‘s auf. Und anderes fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten‘s. Und anderes fiel auf das gute Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

 

Liebe Gemeinde,

 

„Hörst du mir überhaupt zu?“ fragt manchmal jemand den Partner/die Partnerin, wenn das Gesagte nicht anzukommen scheint. - Liegt es am Nicht-Hören? - Nein, eher am Nicht-Hinhören. Man ist mit den Gedanken woanders. Es fehlt an der vollen Aufmerksamkeit.

„Hörst du mir überhaupt zu?“ – so könnte auch Gott uns fragen. Geht nicht auch das, was ER uns sagen will, bei uns oft „zum einen Ohr ´rein, zum andern Ohr wieder raus“?

Wenn wir richtig hinhören würden, mit der Frage im Herzen „Was will Gott mir heute sagen? Was ist seine Botschaft für mich?“, dann würde bei uns schon etwas „hängenbleiben“ von dem, was gesagt wird. Aber: Erwarten wir denn etwas von Gott? - Wir hören vielleicht hin, wenn von Politikern oder Virologen etwas gesagt wird. Wir möchten tagesaktuell informiert sein, damit wir nichts verpassen. Und es interessiert uns furchtbar, was im englischen Königshaus passiert, oder welcher Promi sich gerade mit wem liiert oder von wem getrennt hat…

Nur: Hinhören, was Gott uns vielleicht sagen will, - das kommt bei uns zu kurz, - und wäre doch viel wichtiger! Bei dem, was wir tun und wie wir uns verhalten, lassen wir uns sehr oft davon leiten, was von uns erwartet wird: „Man muss doch …“ z.B. höflich sein, sauber machen, usw… Manches tun wir auch, weil es uns gefällt: „Ich will doch…“ z.B. etwas Schönes erleben, mich wohlfühlen usw. Aber gibt es denn auch Dinge, die wir in Gottes Namen tun: „Gott will doch…“ z.B. dass ich mich um andere kümmere, dass ich Verantwortung übernehme usw.?

Das geschieht nicht von selbst, dazu müssen wir hinhören, was Gott von uns will, - und das geht nicht „mit halbem Ohr“, da muss man schon mit dem Herzen dabei sein! Und geduldig sein muss man auch: Gottes Saat braucht Zeit zum Aufgehen und Wachsen. Auch in uns.

Wenn wir hinhören, was Gott von uns will, dann wird uns auch bewusst, dass wir ihm etwas wert sind: Wir sind ja seine Ansprechpartner, seine Mitarbeiter, seine Kinder! - Ein neues Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl darf dadurch in uns wachsen. Unser Leben hat einen Sinn – von Gott her. Wir können dazu beitragen, dass gute Früchte wachsen: Vertrauen, Liebe, Zuversicht, Freude, Friede, Geduld.

Jesus erzählt in dem Gleichnis vom Sämann, dass viel von dem ausgestreuten Samen verloren geht und keine Frucht bringt. Fast sieht es aus, als wäre das Säen vergebliche Liebesmüh. Aber nein, - ein Teil des Samens fällt auf gutes Land und bringt Frucht, - so viel, dass es alle Verluste wieder aufwiegt.

Es ist also nicht vergeblich, was in Gottes Namen getan wird! Es ist wie eine Saat, die aufgeht und gute Früchte heranwachsen lässt. Und wenn auch manches daneben geht, - es lohnt sich, die Ernte kann sich am Ende sehen lassen!

Mit dem Hinhören fängt es an. Damit, dass man Gott ernst nimmt und ihn einbezieht in sein tägliches Leben. Und aus dem Hören kommt das Handeln. Wer Ohren hat zu hören, der höre! Amen.

 

588 Herr, gib uns Mut zum Hören

1. Herr, gib uns Mut zum Hören
auf das, was du uns sagst.
Wir danken dir, dass du es mit uns wagst.

2. Herr, gib uns Mut zum Leben,
auch wenn es sinnlos scheint.
Wir danken dir, denn du bist uns nicht feind.

3. Herr, gib uns Mut zum Glauben
an dich, den einen Herrn.
Wir danken dir, denn du bist uns nicht fern.

4. Herr, gib uns Mut zum Dienen,
wo’s heute nötig ist.
Wir danken dir, dass du dann bei uns bist.

5. Herr, gib uns Mut zur Stille,
zum Schweigen und zum Ruh’n.
Wir danken dir, du willst uns Gutes tun.

6. Herr, gib uns Mut zum Glauben
an dich, den einen Herrn.
Wir danken dir, denn du bist uns nicht fern.